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Hintergründe

Die Landkarte des Vorarlberger Rheintals hat sich im 20. Jahrhundert stark verändert: Aus den verstreuten Dörfern und kleinen Städten der 60er Jahre ist ein fast geschlossenes Siedlungsband von Feldkirch bis Bregenz geworden.

Ein Lebensraum, der sich zwar aus 29 einzelnen Gemeinden zusammensetzt, den wir aber alltäglich als Ganzes nutzen. Zum Arbeiten, zum In-die-Schule-Gehen, zum Einkaufen, zur Freizeitgestaltung.

Mit dem Zusammenwachsen des Vorarlberger Rheintals zu einem vernetzten Lebensraum reifte in den letzten Jahrzehnten auch immer mehr die Erkenntnis, dass Planung über die Grenzen der Gemeinde hinausgehen muss. Vision Rheintal will das Rheintal als gemeinsamen Lebens- und Planungsraum begreifbar machen.

Initiatoren
Das Amt der Vorarlberger Landesregierung und die 29 Rheintalgemeinden.

Projektleitung
Martin Assmann, Raumplaner

Zeitplan
Im Jahr 2004 startete das Projekt Vision Rheintal. In einem zweijährigen Prozess wurde ein Leitbild zur räumlichen Entwicklung und regionalen Kooperation erstellt. Im Sommer 2006 konnten diese Arbeiten abgeschlossen werden. Das Leitbild wurde in der Broschüre "vis!on rheintal Dokumentation 2006" publiziert. 

Seit Abschluss der Leitbildphase im Sommer 2006 ist Vision Rheintal in der Phase der Umsetzung. Dazu gehört, das Leitbild durch konkrete Projekte mit Leben zu erfüllen. Dazu gehört aber auch die vertiefte Bearbeitung raumrelevanter Themen durch Recherchen, Studien, Workshops, Rheintalforen oder Think-Tanks. 

Von zentraler Bedeutung für den gesamten Prozess war der Rheintalkontrakt, der im Zuge der 6. Rheintalkonferenz unterzeichnet wurde. Mit ihrer Unterschrift bekräftigten der Landeshauptmann und die 29 Bürgermeister des Rheintals ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit und erkannten das erarbeitete Leitbild als Richtschnur ihres Handelns an.

Gestärkte Verantwortung für den gemeinsamen Lebensraum
Und wo steht Vision Rheintal heute? Mit den verbesserten Förderungen für Gemeindekooperationen und der Verankerung der Vertragsraumordnung in der Raumplanungsnovelle 2011 wurden wesentliche Handlungsempfehlungen von Vision Rheintal in die Tat umgesetzt. Mit einer Studie zum Verdichtungspotenzial rund um die Bahnhöfe des Rheintals, einer Schätzung des zukünftigen Bedarfs an Betriebsgebieten und zahlreichen regionalen Karten zu verschiedenen Themen liegen wichtige Grundlagendaten vor.  

Seit dem Start von Vision Rheintal haben außerdem viele Kommunen zahlreiche Kooperationen umgesetzt: Die sieben Hofsteiggemeinden haben ihre Kindergartentarife harmonisiert und zusammen eine Ferienbetreuung gestartet. Die drei Rheindeltagemeinden teilen sich einen Krankenpflegeverein und machen auch bei der stationären Pflege gemeinsame Sache. Am Lauterachbach gibt es seit kurzem eine grenzüberschreitende Schrebergartenanlage und im Vorderland plant man einheitliche Altstoffsammelzentren. Vielerorts im Tal schließen sich Gemeinden zusammen, wenn es um Gehaltsverrechnung, um Baurechts-, Personal- oder Finanzverwaltung geht.  

Dass die Verantwortung für den gemeinsamen Lebensraum verstärkt wahrgenommen wird, zeigt sich aber nicht nur an konkreten Projekten, sondern auch dadurch, dass in den letzten Jahren einige gemeindeübergreifender Gremien neu gegründet oder erweitert wurden: Beim Hofsteigparlament zum Beispiel treffen sich seit 2005 die Bürgermeister und Gemeindevertreter aus sieben Gemeinden. Im selben Jahr gründeten Altach, Götzis, Koblach und Mäder den  Verein amKumma, Im Oktober 2009 wurde der Koordinationsausschuss Rheindelta gestartet und im Jänner 2010 ist Feldkirch der REGIO Vorderland beigetreten.

Positive Zwischenbilanz
Zieht man heute eine Zwischenbilanz, erkennt man, dass man dem Projektziel, nämlich das Vorarlberger Rheintal als einen Lebensraum zu erkennen und gemeinsam weiterzuentwickeln, ein großes Stück näher gekommen ist. Natürlich ist das Ende der Entwicklung noch nicht erreicht und auf dem Weg zu „29 Gemeinden – ein Lebensraum“ warten mit Sicherheit noch zahlreiche Herausforderungen. Dass es sich aber lohnt, solche Herausforderungen anzunehmen, an ihnen zu arbeiten und sie letztlich auch zu meistern, das hat Vision Rheintal bereits jetzt eindrücklich gezeigt.