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Ergebnispräsentation vis!on rheintal, Otten Gravour, Hohenems 29.6.2006
Ergebnispräsentation vis!on rheintal, Otten Gravour, Hohenems 29.6.2006
"club vis!on rheintal" mit Markus Aberer, Gabriele Greussing, Bgm Elmar Rhomberg, Reinhard Tötschinger (Diskussionsleitung), LR Manfred Rein, Lilli Licka, Bgm Gottfried Brändle (v.l.n.r.)
Resümee durch LH Herbert Sausgruber
vis!on rheintal Bericht, Sammlung und Dokumentation 2006, präsentiert und überreicht von Sibylla Zech (Projektleiterin) und Martin Assmann (Projektkoordinator)
Druckfrisch ... vis!on rheintal Dokumentation 2006
"Über tatsächliche und mentale Grenzen ..." von Roland Jörg
televis!on durch 34 Panorahmen, vorgestellt von Geli Salzmann
Projektleiterin Sibylla Zech mit den Mitgliedern des Lenkungsausschusses LR Manfred Rein, Bgm Gottfried Brändle, Bgm Wilfried Berchtold, LAD Johannes Müller
"Über die Grenzen schwimmen", die Lustenauer televis!on rheintal Panorahma Tafel, nunmehr aufgestellt am Alten Rhein
Ausklang

Rheintalforum "Abschluss- und Aufbruchveranstaltung"

29. Juni 2006
Otten Gravour in Hohenems


Aus dem Programm:

  • Leitbildprozess und Ergebnisse Ton-Slide-Show
  • Club_v! Gespräch mit LR Manfred Rein, Bgm Gottfried Brändle, Bgm Elmar Rhomberg und Fachteamleiter/innen Markus Aberer (Siedlung und Mobilität), Gabriele Greussing (Gemeinbedarfseinrichtungen) und Lilli Licka (Freiraum und Landschaft), Gesprächsleitung: Reinhard Tötschinger
  • Resumé LH Herbert Sausgruber
  • Über tatsächliche und mentale Grenzen ... von Roland Jörg
  • Bericht, Sammlung und Dokumentation 2006 präsentiert und überreicht von Sibylla Zech und Martin Assmann
  • Ausblick Vision Rheintal von Landesrat Manfred Rein
  • televis!on durch 34 Panorahmen vorgestellt von Geli Salzmann
  • Dank und Aufwiedersehen von Sibylla Zech 

Musik: Williams Standard Jazz Quintet, Buffet: MO 

Bericht und Kernaussagen

Zwei Jahre lang haben sich Fachleute, Politiker/innen, Interessengruppen und interessierte Personen aus unterschiedlichen Bevölkerungskreisen am Leitbildprozess beteiligt. Insgesamt über 800 Menschen – in Planungs- und Denkwerkstätten, Rheintalforen, Gemeindevertreter/innen-Tagen, Rheintalkonferenzen, Bürgermeistergesprächen, Dialog- und Arbeitsrunden, Exkursionen und Ausstellungen. Wie soll es im Rheintal im Jahr 2015 aussehen? Wie im Jahr 2030?

Mit vis!on rheintal liegt nun das Zukunftsbild vor: das Rheintal als polyzentrisch vernetzte Region mit hoher Lebensraumqualität. Dies bedeutet, dass Einrichtungen der Wirtschaft, der Kultur, des Konsums, der Verwaltung, der Bildung und des Sozialwesens an den jeweils bestgeeigneten Standorten im Rheintal anzusiedeln sind. Dies bedeutet freilich auch, dass nicht jede Gemeinde alles haben kann. Insgesamt entsteht jedoch ein Angebot über das sonst nur größere Städte verfügen und dies in einer attraktiven Landschaft. Das Netz der Grün- und Landschaftsräume wertet den Wohn- und Wirtschaftsstandort auf. Die Kulturlandschaften des Rheintals bieten Lebensmittel nahe am Verbraucher, Naherholung und vielfältige Natur. Über die Revitalisierung der Gewässer entstehen Hochwasserschutz, neue Erholungsräume und ökologische Vielfalt zugleich.

Der Beteiligungsprozess vis!on rheintal öffnet den Blick über die Gemeindegrenzen hinaus auf einen gemeinsamen Lebensraum Rheintal. Viele Aufgaben können und sollen im Verbund von Gemeinden besser gelöst werden, als von einer einzelnen Gemeinde: Naherholungsräume und Freizeitanlagen, regional bedeutsame Betriebsstandorte, Gemeinbedarfseinrichtungen wie Schulen oder Altersversorgung, Erholungsrouten oder die Vision einer Stadtbahn als Rückgrat der Siedlungsentwicklung. Ganz besonders gilt es, die regionale raumplanerische Zusammenarbeit zu stärken – etwa im Raum Vorderland–Feldkirch, im Raum amKumma–Hohenems, im Bezirk Dornbirn, im Raum Hofsteig–Bregenz und im Raum Lustenau–Hard–Rheindelta. Die Zusammenarbeit in diesen stark verflochtenen Funktionsräumen (Räumen mit gemeinsamen Problemlagen und Aufgaben), ebenso wie die Zusammenarbeit im gesamten Rheintal und mit den Nachbarregionen in Vorarlberg, der Schweiz, Liechtenstein und Süddeutschland benötigen regionales Management. 

Nach dem nun abgeschlossenen Entwicklungsprozess tritt vis!on rheintal in eine nächste Phase, nämlich der Organisationsentwicklung für die regionale Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und zwischen Land und Gemeinden; und in die Vorbereitung und Umsetzung konkreter Projekte. Ein Ideenkatalog von rund 50 Umsetzungsprojekten liegt vor. Einzelne befinden sich bereits in Realisierung – so etwa das Projekt televis!on – Panorahmen. Einige Projekte sind in der Planung fortgeschritten, beispielsweise Quartiersplanungen oder die Stärkung von Ortskernen. Andere Vorschläge sind noch weiter auszuarbeiten, etwa die Vorbereitung eines Landesraumplans für Betriebsgebiete oder Ideen wie zB eine Festwiese für das Rheintal.

Der Entwicklungsprozess um die Region Rheintal mündete in neue räumliche Wahrnehmungs- und Denkmodelle: die vis!on rheintal. Projektleitung und Fachteams übergeben die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses nun an die Politik und Öffentlichkeit. Umsetzungsfreude und politisches Wollen vorausgesetzt, können wir vis!on rheintal in den nächsten Jahren gemeinsam verwirklichen. Die dafür erforderliche kooperative Planungskultur wurde im Prozess bereits spürbar.Die Zusammenfassung liegt als Publikation vor: vis!on rheintal Dokumentation 2006. Das 128-seitige Buch enthält übersichtlich strukturierte Texte, detailgenaue Kartografien, Diagramme und Bilddarstellungen. Es ist erhältlich beim Amt der Vorarlberger Landesregierung, Raumplanungsabteilung. Alle Fachberichte, Expertisen, Karten sowie die Prozessdokumentation stehen zum Download (Link zu "Schlussbericht") zur Verfügung.

Aus Land und Gemeinden

Landeshauptmann Dr Herbert Sausgruber: „Wir sind auf einem guten Weg zu neuen Formen der Zusammenarbeit, wobei wir an bestehende Kooperationen anknüpfen können – etwa im Vorderland, am Kumma, in den Hofsteig- und Rheindeltagemeinden. Erkenntnisse und Empfehlungen des Leitbildprozesses sind ein Orientierungsrahmen für das Handeln innerhalb der Gemeinden, zwischen den Gemeinden, zwischen Land und Gemeinden und auf Landesebene. Das Land wird hier seinen Beitrag leisten: unterstützend, koordinierend und lenkend. Mit vis!on rheintal geht es weiter.

“Gemeindeverbandspräsident Bgm Mag Wilfried Berchtold: „Im Prozess vis!on rheintal war ein erster Schritt, das Bewusstsein für das Rheintal als gemeinsamen Lebensraum zu wecken und zu stärken. Im zweiten Schritt ging es um ein gemeinsames Verständnis für die Entwicklungsmöglichkeiten. Generelle Leitlinien liegen nun vor. Nun geht es darum die Inhalte der Kooperation gemeinsam festzulegen und zu leben: das Rheintal zum gemeinsamen Bezugsraum für politische Gestaltung und Planung zu machen.

“Landesrat Manfred Rein: „Die Vision Rheintal wird geerdet. Ganz konkret über Umsetzungsprojekte: Eine neue Form der Quartiersplanung spannt Wohnbauförderung und Raumplanung zusammen, um Wohn- und Arbeitsqualität, Komfort für alle VerkehrsteilnehmerInnen, Nahversorgung und öffentliche Räume zu bieten. Zur Sicherung und Entwicklung der Potenziale der Betriebsstandorte kommen innovative Modelle zur Anwendung, ein Landesraumplan für regional bedeutsame Betriebsgebiete soll vorbereitet werden. Über die Revitalisierung der Gewässer entsteht mehrfacher nutzen: Hochwasserschutz, ökologische Vielfalt und Naherholungsmöglichkeiten.

“Bürgermeister Gottfried Brändle: „Aus dem Prozess vis!on rheintal ergeben sich viele konkrete Ansatzpunkte für die Arbeit in und zwischen den Gemeinden. So möchten beispielsweise die Gemeinden amKumma ein gemeinsames räumliches Entwicklungskonzept erstellen oder das Modell „Sozialdienste amKumma“ weiterentwickeln und die Erfahrungen mit anderen Regionen austauschen. Wichtig wird sein, die nächste Phase von vis!on rheintal – den Prozess zur Entwicklung der geeigneten Organisationsstrukturen und der Spielregeln für das Rheintal – nicht mit aktueller Tagespolitik zu überfrachten.

“Bürgermeister Elmar Rhomberg: „Die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses dienen als Richtschnur für die Zusammenarbeit. Konkret verankert werden sie über gemeinsam zu erstellende, verbindliche Planungen (zB für interkommunale Betriebsgebiete oder gemeinsame Erholungsräume) und konkrete Projekte. Lauterach setzt zB mit den Aktivitäten zur Zentrumsgestaltung im Sinne des vis!on rheintal Leitsatzes „Stadt- und Ortskerne stärken“ Schritte in Richtung Umsetzung.