Pflege und Betreuung älterer Menschen: Künftiger Bedarf ist höher als angenommen
9. Rheintalkonferenz
17. November 2009
Vinomnasaal Rankweil
Konkrete Ergebnisse gibt es auch für das dritte Schwerpunktthema von Vision Rheintal, der Kooperation in der Pflege und Betreuung älterer Menschen.
"Seit der letzten Rheintalkonferenz wurde die Studie zur Bedarfsschätzung aktualisiert", berichtet Gottfried Brändle, Bürgermeister in Altach und Miglied des Lenkungsausschusses von Vision Rheintal. Ursprünglich wurde angenommen, dass der Pflegebedarf zwischen 2003 und 2020 um 38 Prozent zunimmt. Nach der Aktualisierung der Studie geht man eher von 50 Prozent aus. Vor allem der Anteil älterer und hoch betagter Menschen mit Pflegebedarf wird stark ansteigen.
Kooperation als logischer Schritt
Am stärksten zunehmen wird der Bedarf an Mobilen Diensten und zwar um 102 Prozent zwischen 2008 und 2020. Bei der Hauskrankenpflege rechnet man im selben Zeitraum mit einem Bedarfszuwachs von 43 Prozent, bei den Pflege- und Altersheimen um 47 Prozent.
"Außer den ganz großen Gemeinden wird in den nächsten fünf bis sechs Jahren aber keine Kommune einen so großen Bedarf haben, der es rechtfertigt, isoliert ein neues Heim zu bauen. Der nächste logiches Schritt werden also gemeindeübergreifende Kooperationen sein", so Brändle. "Beim Thema Pflege und Betreuung stehen Land, Gemeinden und Institutionen knapp davor, konkret die Ziele dieser Kooperationen zu definieren und in die Umsetzung hineinzuspringen", stellt Brändle in Aussicht. Auch hat das Betreuungs- und Pflegenetz Vorarlberg das Thema aktiv aufgegriffen und damit eine zusätzliche Diskussion in Gang gesetzt.

