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finden Sie in  unserem Magazin
"Vision konkret", Ausgabe 10,
Juni 2014 auf den PDFSeiten 14/15

Alls im Grüana?

Stand: Juni 2014

Die fünf Gemeinden Bregenz, Dornbirn, Hohenems, Lustenau und Bludenz hatten sich vor vier Jahren mit dem gemeinsamen Projekt "Alls im Grüana" zum Ziel gesetzt, die Akzeptanz von Gesundheitsangeboten bei Jugendlichen in Vorarlberg langfristig zu erhöhen.
 

Anlass war der Bericht zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit (vgl. Österreichische Liga für Kinder und Jugendgesundheit 2011), in dem Österreich im Vergleich von 20 Industrienationen das Schlusslicht bildete.

2010 erarbeiteten die Projektträger, in diesem Fall die Jugendkoordinationsstellen Bregenz, Dornbirn, Hohenems, Bludenz und Lustenau, in Zusammenarbeit mit aha - Tipps & Infos, invo - service für Kinder- und Jugendbeteiligung, aks gesundheit, Mädchenzentrum Amazone und dem Ludwig-Boltzmann-Institut das Konzept zur Gesundheitsförderung.

Was bedeutet Gesundheit für Jugendliche?

Folgende Fragen standen insbesondere im Mittelpunkt: "Sind die Angebote im Gesundheitsbereich an den Bedürfnissen und Lebenswelten von Jugendlichen ausgerichtet? Verstehen Jugendliche dasselbe unter Gesundheit wie Erwachsene? Wie hoch ist die Schwelle für Jugendliche, Angebote in Anspruch zu nehmen?

Innovativer Forschungsprozess

Am Beginn stand ein innovativer Forschungsprozess unter Beteiligung von ca. 50 Jugendlichen. Die Forschungsmethode setzte an ihrer Lebenswelt an, und so entstanden aus einem Photovoice-Prozess - Jugendliche dokumentieren ihre Lebenswelten via Fotografie - und zehn Gruppendiskussionen knapp 1.000 Fotos und etwa 20 Stunden Transkriptionsmaterial.

Wichtige Ergebnisse

Jugendliche haben einen anderen Gesundheitsbegriff als Erwachsene, Gesundheit ist für sie grundsätzlich "Verzicht". Sie wollen in die Entwicklung von Gesundheitsangeboten eingebunden werden. Wichtig für Jugendliche ist, dass sie sich wohlfühlen. Das finden sie in "freien Räumen". Um Jugendliche zu erreichen, ist Peer-to-Peer Arbeit, der Austausch unter Gleichaltrigen, unumgänglich.

Nach einer Fachtagung, in der die Zwischenergebnisse präsentiert wurden, bewerteten Jugendliche bestehende Angebote anhand einer entwickelten Checkliste.

In der dritten Phase wurden 87 Jugendliche zu "WohlfühlexpertInnen" ausgebildet. Sie gaben ihr erworbenes Gesundheits-Know-How bei Workshops, Events oder Messen an Jugendliche weiter.