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Norbert Gau
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Ein neuer See für zwei Länder
Stand: Februar 2012
Entlang des Liechtensteiner Baches Esche kam es in den letzten Jahrzehnten gehäuft zu Überschwemmungen. Nun errichten Feldkirch und Liechtenstein gemeinsam den Egelsee als Rückhaltebecken.
Kooperationen zwischen Gemeinden sind vielseitig. Dass sich aber zwei dazu entschließen, über die Staatsgrenze hinweg gemeinsam einen See zu errichten, ist schon sehr außergewöhnlich. Zwischen Feldkirch-Tosters und der Liechtensteiner Gemeinde Mauren sind seit Oktober 2011 Bagger dabei, Torferde für den 1,13 Hektar großen Egelsee auszuheben. Die Kosten für das Projekt teilen sich der Bund, das Land Vorarlberg, das Fürstentum Liechtenstein und die beiden Gemeinden.
Natur initiiert Zusammenarbeit
"Den Ausschlag für dieses Projekt gab die Natur selbst", erklärt Norbert Gau vom Bauamt Feldkirch. "Die Regenwässer eines über 620 Hektar großen Gebietes fließen von Feldkirch über die Grenzgewässer nach Liechtenstein in die Esche. Dort kam es immer wieder zu Flutungen und Schäden." Basierend auf einem Staatsvertrag haben die beiden Gemeinden Feldkirch und Mauren 1991 Wasserrückhaltemaßnahmen vereinbart. Die Planungen für den Egelsee laufen seit 1999.
Unterschiedliche Rahmenbedingungen
Neben Untersuchungen des Untergrundes stellten sich die Bauherren der Herausforderung, die unterschiedlichen rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen der beiden Staaten unter einen Hut zu bringen. "Baubewilligungen, Ausschreibungen, Förderungen, zollrechtliche Bestimmungen und Abgabenregelungen liegen in unterschiedlichen Händen", erklärt Norbert Gau.
Aber auch wenn der Weg zum gemeinsamen See nicht einfach gewesen ist, so wird er voraussichtlich schon Ende 2013 mit ausgedehnten Schilfflächen und neuen Radrouten als Biotop und Naherholungsgebiet Mensch und Natur erfreuen.

Spatenstich im Oktober 2011 (v.l.n.r.): Regierungsrat Hugo Quaderer, Landesrat Erich Schwärzler, Feldkirchs Bürgermeister Wilfried Berchtold und Freddy Kaiser (Gemeindevorsteher von Mauren).

