Sie sind hier: Projekte / Pflege & Betreuung / Gemeinsames Pflegekonzept

Weitere Informationen

Marktgemeinde Wolfurt
Bürgermeister Christian Natter
T 05574/684029
 E-Mail

Ganz nah bei den Menschen

Stand: Juni 2013

Heute leben in Wolfurt, Schwarzach und Kennelbach rund 500 Menschen, die 80 Jahre und älter sind. Im Jahr 2025 werden es bereits 948 Bürgerinnen und Bürger sein. Eine Herausforderung, der die drei Gemeinden zusammen begegnen wollen.

Das Pflegeheim in Wolfurt bietet zurzeit 50 Plätze für die Pflegestufen vier bis sieben. Der aktuelle Bedarf in den drei Projektgemeinden liegt jedoch bei zirka 80 Plätzen, für das Jahr 2025 ist ein Bedarf von 124 Plätzen prognostiziert. So steht es in dem Pflegekonzept, das Wolfurt, Schwarzach und Kennelbach gemeinsam mit Sozialplaner Christoph Jochum erarbeitet haben.

»Wir wollen diesen Bedarf so decken, wie er entsteht «, erklärt Christian Natter, Bürgermeister in Wolfurt, »nämlich Schritt für Schritt.« Zunächst soll das Pflegeheim in Wolfurt auf zirka 80–90 Betten aufgestockt werden; ob das am bestehenden Standort machbar ist oder ob ein neuer gefunden werden muss, wird noch geklärt. »Entwickelt sich der Bedarf so wie prognostiziert «, so Christian Natter weiter, »ist angedacht, in 10 bis 15 Jahren als Satellit von Wolfurt eventuell ein Pflegeheim in Schwarzach zu bauen, das für 40 Plätze ausgelegt ist.«

Diese etappenweise Vorgehensweise ist den drei Hofsteig- Gemeinden wichtig, um immer wieder flexibel auf Prognoseunsicherheiten reagieren zu können. Ein großer Unsicherheitsfaktor ist die häusliche 24-Stunden-Pflege. Würden diese so genannten »Osthilfen« wegfallen, wäre der Bedarf an Heimplätzen noch einmal um 30–40 Prozent höher anzusetzen.

Zentrales Headquarter für Betreuung und Pflege

Die bestehenden Seniorenheime in Schwarzach und Kennelbach bieten zurzeit 16 Plätze für die Pflegestufen eins bis drei, sind aber langfristig nicht zukunftsfähig. Das Angebot soll beispielsweise durch eine Pflegewohngruppe mit acht bis zehn Plätzen ersetzt werden, zusätzlich soll es in allen drei Gemeinden betreute Wohnungen geben und auch die Tagespflege wird ausgebaut. Zusammenlaufen sollen sämtliche Fäden in einem zentralen Headquarter mit gemeinsamem Geschäftsführer und gemeinsamem Sekretariat.

Etwas anders sieht es bei den ambulanten Diensten aus. Bei der Erstellung des Pflegekonzeptes hat sich erfreulicherweise herausgestellt, dass Hauskrankenpflege, Mobile Hilfsdienste und Rollender Esstisch sehr gut aufgestellt sind. "Natürlich müssen auch die ambulanten Dienste mit dem steigenden Bedarf weiter ausgebaut werden,", betont Hans Bertsch, Bürgermeister in Kennelbach, "aber Krankenpflegevereine und MOHIS sollen auch in Zukunft vor Ort in den einzelnen Gemeinden bleiben, ganz nah bei den Menschen." Synergien ergeben sich aber auch in diesem Bereich - zum Beispiel durch Mitarbeiterpools zur gemeinsamen Abdeckung  von Sonn- und Feiertagsdiensten, von Urlaubs- und Krankenvertretungen. 

Feinjustierung der Konzeptinhalte

Das Konzept liegt auf dem Tisch, Grundsatzbeschlüsse zum gemeinsamen Vorgehen sind in allen drei Gemeinden bereits gefasst worden und es gab auch erste Abstimmungsgespräche mit dem Land Vorarlberg. Jetzt liegt es an den drei Bürgermeistern, sich über die Finanzierung zu einigen, die Art der Kooperation zu definieren und die Verträge zu entwerfen. Gleichzeitig werden mehrere Arbeitsgruppen formiert, die in den nächsten eineinhalb Jahren mit der Feinjustierung des Konzeptes betraut sind: Wie genau soll die stationäre und ambulante Pflege und Betreuung der Zukunft aussehen? Welche Standorte eignen sich für ein Pflegeheim? Welche Gesetze sind für unser Vorhaben relevant? Wo wird gekocht? Wie wird geheizt? Wie sieht es mit der Abfallentsorgung und dem Brandschutz aus? Nach dieser Entwicklungs- und Planungsphase könnte 2015 und 2016 mit der Umsetzung gestartet werden.

Eineinhalb Jahre lang haben Wolfurt, Schwarzach und Kennelbach an ihrem gemeinsamen Pflegekonzept gearbeitet. Jetzt liegt es vor und kann nach einer Entwicklungs- und Planungsphase voraussichtlich bereits ab 2015/2016 umgesetzt werden. Im Bild (v. l. n. r.) die drei Bürgermeister Hans Bertsch (Kennelbach) Christian Natter (Wolfurt) und Manfred Flatz (Schwarzach).