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Martin Assmann
Projektleiter
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Rheintal Süd
Stand: Februar 2012
14 Gemeinden zwischen Klaus und Feldkirch haben im Projekt Rheintal Süd eine intensive Zusammenarbeit vereinbart. Schwerpunkte sind die Entwicklung gemeinsamer Betriebsgebiete und des Freiraums in der Region.
Das Projekt Rheintal Süd? Josef Mathis, Obmann der Regio Vorderland-Feldkirch und Bürgermeister von Zwischenwasser, seufzt ein wenig: "Wir haben uns wirklich viel vorgenommen. Da geht es ans Fundament." Schließlich wollen die 14 beteiligten Gemeinden Fragen der Raumplanung miteinander abstimmen. Damit sind möglicherweise auch Fragen des finanziellen Ausgleichs verknüpft.
Doch von Anfang an: Im November 2010 trafen sich die Bürgermeister der Rheintalgemeinden zwischen Klaus und Feldkirch, um über die Entwicklung regionaler Betriebsgebiete zu sprechen. Der Wunsch nach einer regionalen Kooperation war im Rahmen von Vision Rheintal entstanden. Bereits ein halbes Jahr später vereinbarten die Gemeindechefs verbindlich eine engere Zusammenarbeit. Erstes Ergebnis war ein "Zielkatalog", der Mitte November 2011 in Röthis beschlossen wurde.
Der Zielkatalog geht über das ursprüngliche Thema Betriebsgebiete deutlich hinaus. Die Gemeinden wollen die räumlicheEntwicklung insgesamt miteinander abstimmen. Das betrifft die Siedlungsentwicklung, die Nutzung des Freiraums, den Hochwasserschutz sowie die Verkehrsplanung.
Betriebsgebiete schaffen
Wichtigstes Thema im Projekt bleiben aber die Betriebsgebiete. "Geeignete Flächen für Produktionsbetriebe sind ein knappes Gut", schildert Martin Assmann, Projektleiter von Vision Rheintal. "Ziel des Projekts Rheintal Süd ist deshalb die bestmögliche Entwicklung bestehender und künftiger Betriebsgebiete." Die Gemeinden des südlichen Rheintals wollen künftig gemeinsam entscheiden, wo neue Betriebsgebiete entstehen. Für allfällige Vor- und Nachteile der Standort-Gemeinden soll ein Ausgleich gefunden werden.
"Wir erwarten uns Vorteile auf verschiedensten Ebenen", betont der Feldkircher Bürgermeister Wilfried Berchtold: "Der Wirtschaftsstandort wird gefestigt und der Flächenverbrauch optimiert. Außerdem können städtebauliche Aspekte und Verkehrsfragen im regionalen Kontext besser berücksichtigt werden."
Vertrauensvolle Zusammenarbeit
Eines der brisantesten Themen des Projektes Rheintal Süd ist die Ansiedelung neuer Handelsbetriebe. Insbesondere an der Grenze zwischen Rankweil und Feldkirch wollen mehrere Handelsketten ihre Mega-, Super- oder XXL-Märkte situieren. Regio-Obmann Mathis ist überzeugt: "Wir müssen ganz neue Maßstäbe setzen, um die Ortskerne zu stärken."
Um solch heikle Fragen miteinander zu lösen, muss die Vertrauensbasis stimmen. Mitte November vereinbarten die beteiligten Gemeindechefs deshalb "Spielregeln" für das Projekt. Dazu gehört vor allem eine frühest mögliche wechselseitige Information über alle Aktivitäten im Zusammenhang mit Betriebsgebieten und Einkaufszentren.
Vorbildlicher Prozess
Bei den anstehenden Entscheidungen soll eine "Raumplanerische Gesamtschau" des Gebiets helfen, die in den kommenden Monaten durch Heiner Schlegel vom Liechtensteiner Büro RENAT erstellt wird. Der Raumplaner beginnt seine Arbeit mit einer umfassenden Situationsanalyse, in einem zweiten Schritt untersucht er mögliche Nutzungskonflikte. "Der Aufwand lohnt sich", weiß Schlegel. "Nach dieser Analyse liegen mögliche Lösungen oft schon auf dem Tisch."
Schlegel spricht aus Erfahrung: Er hat auch das Projekt "Rheintal Mitte" begleitet. Anlass dort waren die Verkehrsprobleme in Dornbirn und Hohenems durch das Betriebsgebiet Wallenmahd. "Statt einfach eine neue Straße zu planen, haben wir eine Gesamtbetrachtung vorgenommen", schildert Martin Assmann. Mit Erfolg: 2009 beschlossen alle Beteiligten den Rahmenplan "Rheintal Mitte".
Nach diesem Vorbild startet in diesem Frühjahr auch das Projekt "Rheintal Nord". Es soll die Entwicklung der Betriebsgebiete von Dornbirn-Pfeller über Schwarzach, Wolfurt und Lauterach bis nach Hard koordinieren.
DATEN UND FAKTEN ZU RHEINTAL SÜD
> Projektstart: November 2010
> Projektpartner: Feldkirch, Fraxern, Göfis, Klaus, Koblach, Laterns, Meiningen, Rankweil, Röthis, Sulz, Übersaxen, Viktorsberg, Weiler, Zwischenwasser und das Land Vorarlberg
> Projektziel: verbesserte Abstimmung im Bereich Raumplanung (Siedlungsentwicklung, Betriebsgebiete, Nutzung des Freiraums, Hochwasserschutz, Verkehr)
> Projektleiter: Martin Assmann, Vision Rheintal

"Trotz einiger heißer Diskussionen unter den Gemeinden wird mit dem Projekt Rheintal Süd ein stabiles Fundament für die regionale Zusammenarbeit entstehen."
Josef Mathis, Obmann der REGIO Vorderland-Feldkirch

"Die Kooperation stärkt die Vertrauensbasis in der Region - ganz im Sinne von Vision Rheintal."
Wilfried Berchtold, Bürgermeister der Stadt Feldkirch

