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DI Manfred Kopf
Obmann Agrargemeinschaft Sulz
T 0664/5334765
Frödischtalholz
Stand: September 2010
Mit dem Bau einer gemeinsamen Hackgutlagerhalle durch die Agrargemeinschaften Sulz und Röthis wurde ein neues Kapitel der Gemeindegrenzen überschreitenden Zusammenarbeit aufgeschlagen. Ganz nach den Intentionen des Projektes Vision Rheintal, das die regionale Kooperation in den Vordergrund stellt.
Gemeindegrenzen überschreitend ist das Projekt im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Hackgutlagerhalle steht direkt auf der Gemeindegrenze – ein Teil befindet sich in Sulz und ein Teil in Röthis. Die Gemeinden haben zur Unterstützung des Projektes erfreulicherweise die Grundstücke zur Verfügung gestellt. Neben den beiden Agrargemeinschaften Sulz und Röthis, die nun unter der Dachmarke "Frödischtalholz" kooperieren, und den beiden Gemeinden Sulz und Röthis, ist als fünfte Institution auch die Wildbach- und Lawinenverbauung mit im Boot, deren ehemaliger Bauhof abgetragen und in das Projekt integriert wurde.
Unkompliziert und günstig
Als Kooperationsform wurde eine Offene Gesellschaft (OG) gewählt, dies erlaubt den beiden Gesellschaftern ein relativ unkompliziertes und steuertechnisch günstiges Agieren ohne großen Verwaltungsaufwand. Ziel ist die Erzeugung von Hackschnitzeln für das neu errichtete Biomasseheizwerk in Sulz und auch von Stückholz. Das Heizwerk im neuen Feuerwehrgerätehaus mit einer Leistung von 850 kW wurde im Herbst 2003 in Betrieb genommen. Mit einer ca. 1,5 Kilometer langen Wärmeleitung werden derzeit 18 Objekte versorgt, darunter das Sozialzentrum in Röthis, das von acht Gemeinden gemeinsam betrieben wird.
FAKTEN FRÖDISCHTALHOLZ
Firmenbucheintragung: Agrargemeinschaften Sulz und Röthis Holzverarbeitung OG
Hummelbergstraße 9, 6832 Sulz
Hallengröße: Länge: 50 m, Tiefe: 21 m, Höhe: 8 Meter
Fassungsvermögen: ca. 5000 Schüttraummeter Hackgut (entspricht einem Heizwert von rund 250.000 Liter Heizöl), 6 Boxen mit jeweils ca. 9 m Breite, davon 1 Box als Bauhof der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie als Unterstellplatz für Maschinen und Geräte.
Rundholzlagerplatz (einschließlich Durchfahrt): ca. 1300 m2
Kosten: ca. 380.000,- €
Holz als wertvoller Bau- und Rohstoff
Die Bereitstellung von Hackschnitzeln ermöglicht den beiden Agrargemeinschaften bessere Erlöse beim Brennholz, was wiederum einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung in der Region zu Gute kommt. Die Nachhaltigkeit wurde bereits bei der Errichtung der Hackgutlagerhalle gelebt: So wurden zum Bau rund 300 Festmeter Rundholz aus den eigenen Waldungen, die sich vor allem im Frödischtal befinden, verwendet. Neben der Verwendung des Baustoffes Holz ist die Energiegewinnung aus Holz ein wichtiger Beitrag zur Verringerung des Treibhauseffektes und zur Erreichung von internationalen Klimaschutzzielen. Durch die Preissteigerungen und die Begrenztheit der fossilen Energieträger, dürfte Holz in Zukunft wieder ein zunehmend geschätzter Rohstoff werden.
Potentiale nutzen und Synergien schaffen
Für das Gelingen des gemeinsamen Projektes waren viele Sitzungen und Besprechungen erforderlich – erstmals wurden auch gemeinsame Ausschusssitzungen, jeweils abwechselnd in Sulz und in Röthis, abgehalten. Dies war notwendig, um eine gegenseitige Vertrauensbasis und Identifikation mit dem Projekt zu schaffen. Ursprünglich war die Projektrealisierung nur durch einen der beiden Partner beabsichtigt, was weniger Schnittstellen, weniger Kommunikationsaufwand und einfachere Entscheidungsstrukturen für diesen Betreiber bedeutet hätte. Allerdings hätte damit langfristig nicht das Potential in der Region optimal genützt und Synergien erzeugt werden können. Für diese Gesamtsicht war letztlich der Wille zur Zusammenarbeit und zur Überbrückung historisch gewachsener Vorbehalte der handelnden Akteure entscheidend.

