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Rheintal Mitte

Im Jahr 2006 beschlossen Dornbirn, Hohenems und Lustenau, bei der Entwicklung ihrer Region gemeinsame Sache zu machen und starteten zusammen mit dem Land Vorarlberg das Projekt "Rheintal Mitte". Nach vierjähriger Arbeit wurde das Projekt im Juli 2010 offiziell abgeschlossen, die Ergebnisse liegen vor.

Will ein LKW aus den Betriebsgebieten Wallenmahd oder Unterklien auf die Autobahn, muss er durch Siedlungsgebiete in Dornbirn oder Hohenems fahren. Diese Siedlungsgebiete vom Schwerverkehr zu entlasten und zugleich einen leistungsfähigen Autobahnanschluss für die Betriebsgebiete zu schaffen, war ursprünglich der Anstoß für das Projekt "Rheintal Mitte".  

Beim Planungsprozess wurden allerdings nicht nur der Verkehr mit einbezogen, sondern auch die Entwicklung von Betriebsgebieten und die Nutzung von Freiflächen. Soll nämlich die räumliche Entwicklung einer Region nachhaltig sein, können Verkehrslösungen nicht abgekoppelt von Siedlungsentwicklung und Naherholung betrachtet werden. "Diese Vorgehensweise bringt eine völlig neue Qualität in die Raum- und Verkehrsplanung", betont Landesrat Karlheinz Rüdisser, "eine regionale und Disziplinen übergreifende Planung, wie sie bei Rheintal Mitte erfolgt ist, wird in Zukunft Standard sein - vor allem für Projekte dieser Größenordnung."    

Freiraum, Siedlungsentwicklung und Verkehr im Einklang

Das Land Vorarlberg und die drei beteiligten Gemeinden haben sich auf einen Rahmenplan mit folgenden Ergebnissen geeinigt:  

VERKEHR
Zur innerstädtischen Verkehrsentlastung von Dornbirn und Hohenems wurden mehrere Varianten geprüft. Den höchsten volkswirtschaftlichen Nutzen verspricht ein neuer Autobahnanschluss im Bereich der Schweizer Straße mit einer Lastenstraße zum Gelände der Dornbirner Messe. Ebenfalls Erfolg versprechend ist die Variante ohne diese Lastenstraße. Beide Varianten bringen den betroffenen Siedlungsgebieten bis zu 40 % weniger Schwerverkehr. Im Falle eines reibungslosen Ablaufes bei der Vorentwurfsplanung, den Behördenverfahren und den Grundstückablösen könnte mit dem Bau voraussichtlich zirka 2017 begonnen werden.  

In Abstimmung mit der Radverkehrsstrategie des Landes soll das Radwegeangebot weiter verbessert werden – beispielsweise soll ein getrennter Radweg entlang der L45 (Schweizer Straße) entstehen. Insgesamt sollen im mittleren Rheintal rund 50 km Alltags- und Freizeitradrouten zur Verfügung stehen.  

BETRIEBSGEBIETE
Eine Studie der TU Wien zeigt auf, dass im mittleren Rheintal bis 2030 - abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung - zwischen 75 bis 120 Hektar an zusätzlichen Betriebs-Flächen benötigt werden. Davon können 45 Hektar aus bestehenden Reserven abgedeckt werden. Zusätzliche Flächen mit hoher Eignung für eine langfristige Betriebsgebietsentwicklung finden sich in folgenden Bereichen: Wallenmahd in Dornbirn, Unterklien und A14-Autobahnknoten in Hohenems, Millennium Park und Heitere in Lustenau.  

FREIRAUM UND LANDSCHAFT
Die Grünzone soll in ihrem großräumigen Zusammenhang und in ihrer Wirkung erhalten bleiben. Im Falle der Realisierung der ausgewiesenen Betriebsgebiete innerhalb der Grünzone müssen nach Maßgabe der Möglichkeiten Kompensationsflächen geschaffen und/oder Kompensationsleistungen innerhalb der Grünzone (zB qualitative Verbesserung) erbracht werden.  

Die bereits hohe Erholungsnutzung in den siedlungsnahen Bereichen von Dornbirn, Hohenems und Lustenau wird weiter ausgebaut. Dem regionalen Naherholungsgebiet Alter Rhein kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund sind im Bereich der L45 westlich des Schweizerhauses erforderlichenfalls Maßnahmen zur Reduktion des Ausweichverkehrs vom Grenzübergang Hohenems zu schaffen.