Exkursion
Über 40 Interessierte trafen sich am 9. Mai 2008 auf Einladung von Vision Rheintal zur Besichtigung der gemeindeübergreifenden Kinderbetreuungseinrichtung "Villa Kamilla" im Vorderlandhus in Röthis. Mit dabei waren neben mehreren politischen Vertreterinnen und Vertretern des Landes un der Gemeinden auch zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Wolfurt, Schwarzach, Kennelbach, Götzis, Höchst, Fraxern, Lauterach, Hard, Rankweil, Bregenz, Röthis, Schruns und Nenzing.
Acht Gemeinden bieten in den hellen, freundlichen Räumlichkeiten der Villa Kamilla eine liebevolle, flexible Betreuungsmöglichkeit für Kinder zwischen eineinhalb und zehn Jahren an. Eltern können die Betreuung ganz nach eigenem Bedarf in Anspruch nehmen: regelmäßig oder sporadisch, blockweise oder ganztags. Geöffnet ist ganzjährig zwischen 7.30 und 17 Uhr.
Die Region profitiert
Fraxern, Klaus, Laterns, Röthis, Sulz, Viktorsberg, Weiler und Zwischenwasser hatten sich 2002 zur Sozialzentrum Lebensraum Vorderland GmbH zusammengetan. Auch die "Villa Kamilla" ist Teil dieses Sozialzentrums. Etwa 10.000 Euro lassen sich die acht Gemeinden zusammen das Kinderbetreuungsangebot kosten, das jede Woche von durchzschnittlich 80 Kindern in Anspruch genommen wird.
Geschäftsführer Wolfgang Kopf plädiert dafür, bei Gemeindekooperationen "nicht nur aufs Geld zu schauen, sondern auch auf den Nutzen und die Ziele, die man als Gemeinde hat". Lange Öffnungszeiten, das Offenhalten auch in den Ferien, die gemischte Betreuung von Kleinkindern bis hin zu Schülern - all das seien Qualitäten, die erst durch die Zusammenarbeit möglich geworden sind. Nutzen entstehe aber weit über die betroffenen Eltern und Kinder hinaus, ist Kopf überzeugt: "Die Attraktivität des Lebens- und auch des Wirtschaftsraums steigt als Ganzes."
Kooperationen immer wichtiger
Die Flexiblität der Betreuung mache "den hohen Wert dieses Angebots" aus, betont der Bürgermeister von Sulz, Karl Wutschitz. "Als Insellösung in einer Gemeinde wäre das nicht möglich." Auch die Bürgermeisterin von Weiler, Mechtild Bawart, befürwortet gemeindeübergreifende Kooperationen. Schließlich sei das auch ein Zeichen von Solidarität: "Die großen Gemeinden tragen die kleinen ein Stück weit mit."

