Statements
Exkursion nach Tübingen
06. Mai 2011
"Am einfachsten wäre gewesen, den ganzen Grund an einen Investor zu verkaufen und sich fünf Jahre später einen neuen Stadtteil abzuholen. Aber Tübingen wollte mitgestalten. So war es zum Beispiel auch möglich alte Bausubstanz zu erhalten oder alte Baumbestände zu integrieren. Das ergibt diese liebenswerte Patina im Quartier."
Stadtführerin Andrea Bachmann, Tübingen
"Wir hatten im Loretto-Areal auch viel Glück. Die ersten paar Projekte wurden von sehr engagierten Baugemeinschaften getragen. So ist eine gute Dynamik entstanden."
Baubürgermeister Cord Soehlke, Tübingen
"Teil einer Baugemeinschaft zu sein heißt, sich auch um gemeinschaftliche Dinge zu kümmern. Dieser Effekt hat natürlich eine große Wirkung auf das Gemeinwohl."
Michael Weiss, Baugruppenbegleiter, Tübingen
"Der öffentliche Raum ist viel zu wertvoll für Autoabstellplätze. Durch unseren Konzeptansatz, die Quartiere nicht autofrei, aber autoreduziert zu gestalten, hat sich auch das Verhältnis zum eigenen Auto verändert: Heute haben wir hier nur noch 0,8 Autos pro Haushalt."
Baubürgermeister Cord Soehlke, Tübingen
"Die Projekte in Tübingen zeigen eine extrem hohe Außenraumqualität. Wir nutzen die Außenräume viel zu wenig. Darin liegt aber der Schlüssel für eine hohe Wohnqualität im verdichteten Raum."
Harald Gmeiner, Energieinstitut Vorarlberg
"Vandalismus ist hier trotz hoher Siedlungsdichte kein Thema im Quartier. Durch die Blockrandbebauung sind immer viele Augen auf die Innenhöfe gerichtet. Das wissen die Menschen hier."
Baubürgermeister Cord Soehlke, Tübingen
"Hier steht Vielfalt einer Homogenität gegenüber. Das Denken muss über Gebäude- und Siedlungsgrenzen hin zu Stadträumen gehen. Die Quartiere in Tübingen zeigen, dass eine langfristige Begleitung wichtig ist, damit trotz der Veränderung des sozialen Umfelds die Idee am Leben bleibt."
Heike Schlauch, Architektin, Raumhochrosen
"Es sind ganz unterschiedliche Baugemeinschaften entstanden. Das hat auch zur kulturellen Durchmischung im Quartier geführt: Da gab es deutsche, türkische oder auch deutsch-russische Baugemeinschaften. Das Thema Integration wird hier nicht geredet, sondern gelebt."
Baubürgermeister Cord Soehlke, Tübingen
"Die gemischte Nutzung innerhalb eines Ortsteils macht Orte lebendig und führt zu kurzen Wegen. Außenräume stärker einzubeziehen und zu nutzen ist ein weiterer Impuls, den man aus Tübingen mitnehmen kann."
Dominik Wäger, Bauamtsleiter Marktgemeinde Lustenau
"Wir haben, was die Baugemeinschaften anbelangt, inzwischen großes know-how aufgebaut. Es gibt Vertragsmuster, professionelle Baugruppenbegleiter oder eine Börse, auf der Ideen für Baugemeinschaften präsentiert werden. Das Modell hat sich etabliert. So sind die Hälfte der Bauvorhaben in den letzten zehn Jahren in Baugemeinschaften entstanden."
Baubürgermeister Cord Soehlke, Tübingen
"Tübingen zeigt, dass der Gestaltungsspielraum steigt, wenn die Kommune Grundeigentümerin ist und dieses Instrument als langfristiges Gestaltungsmittel nützen kann."
Manfred Kopf, Raumplaner, Land Vorarlberg
"Faszinierend ist, dass man zum Beispiel im Mühlenviertel einen ländlichen Charakter spürt, obwohl man in der Stadt ist."
Sieglinde Maksymowicz, Planungsreferentin
"Als Stadtplaner muss man mehr den Mut haben auch grundstücksübergreifend zu planen. Grad was diese gemeinschaftlichen Außenräume anbelangt. In Tübingen waren sehr schöne Beispiele zu sehen."
Thorsten Diekmann, Stadtplaner, Stadt Bludenz
Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt von:




